Schlagwort-Archive: Bildung

Lesen bleibt auch im Zeitalter der Elektronik die Schlüsselqualifikation für das weitere Leben unserer Kinder

Für fünf Tage ist Frankfurt der Schauplatz für Buch, Multimedia und Kommunikation. Unsere globale Welt dreht sich mehr denn je um das Wort und funktioniert zweifelsfrei mit „Bücherwissen“, egal ob gedruckt oder digital dargestellt. Ich appelliere an alle Väter und Mütter, ihren Kindern das knappe Gut „Zeit“ zu schenken und zum Beispiel immer wieder gemeinsam durch einen Bücherladen zu streifen oder die nahegelegene Bücherei zu besuchen, zusammen durch Bücher oder Kinderzeitschriften zu blättern oder die Kinderseite der Zeitung spielerisch zu erkunden, statt sie vor den Fernseher zu setzen.

Lesen bleibt auch im Zeitalter der Elektronik die Schlüsselqualifikation für das weitere Leben unserer Kinder.

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Bertelsmann-Studie: Deutschlands Kitas fehlen 120.000 Erzieher

 

Für eine hochwertige frühkindliche Bildung benötigen die Einrichtungen laut einer gestern vorgestellten Analyse der Bertelsmann Stiftung zufolge, weitere 120.000 Erzieherinnen und Erzieher. Dass die CDU/CSU Bundestagsfraktion den konstant gebliebenen Personalschlüssel seit der letzten Erhebung, obwohl in den Kitas immer mehr Kinder betreut werden, als ein „sehr erfreuliches Ergebnis“ in ihrem Newsletter feiert, verstehe wer will – ich nicht.

Unbestritten ist, dass der Personalschlüssel in Kindertagesstätten von entscheidender Bedeutung für die Qualität der frühkindlichen Bildung ist. Bisherige Studien belegen ohne Ausnahme, dass Kinder ihre sprachlichen, aber auch ihre sozialen Fähigkeiten besser entwickeln, je kleiner die Gruppe ist, die die Erzieherinnen und Erzieher betreuen müssen. Und genau hier hapert es in vielen Bundesländern gewaltig, auch in Bayern!

Für eine kindgerechte und pädagogisch sinnvolle Betreuung fordert die Stiftung, dass bei den unter Dreijährigen eine Erzieherin für höchstens drei Kinder verantwortlich ist. Für die Altersgruppe ab drei Jahren sollte der Personalschlüssel nicht schlechter als 1 zu 7,5 sein.

„Politik und Praxis sollten sich auf bundesweite kindgerechte Standards einigen, damit alle Kita-Kinder in Deutschland gute Bildungschancen haben“, sagte Dräger. Dazu muss die Qualitätssteigerung das Ziel unserer Regierenden der nächsten Jahre sein. Auch wenn der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze und die Sicherung der Qualität ureigene Aufgabe der Länder ist, muss eine hochwertige frühkindliche Förderung auch für den Bund die wichtigste familien- und bildungspolitische Aufgabe der Zukunft bleiben.

Ich begrüße es, dass Kindertageseinrichtungen nach Auskunft des bayerischen Familienministeriums künftig insgesamt bis zu 126 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich zur Verfügung stehen. Es täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die CSU ihr Wahlversprechen aus ihrem „Bayernplan“, die Reduzierung der Kindergartengebühren für das zweite Kindergartenjahr im Herbst um 50 Euro, vorerst nicht realisiert. Für über 100.000 bayerische Familien hätte dieses eine Entlastung um 600 Euro pro Kalenderjahr bedeutet. Es wäre einerseits geboten gewesen, das Wahlversprechen einzulösen, andererseits gilt es jetzt zu prüfen, ob dieses Geld tatsächlich die Qualität an Bayerns Kindergärten erhöht. Den Kindern wäre es zu wünschen. Bildung ist die beste Sozialversicherung.

Lesen Sie dazu:

http://www.tagesschau.de/inland/kita-studie-erzieherinnen-100.html

 

UNO: Jeder dritte Mensch gilt als arm

Nach Angaben der UNO gilt in unserer Zeit fast jeder dritte Mensch als arm. Die Vereinten Nationen weisen in ihrem jüngsten Entwicklungsbericht 2014 daraufhin, dass die Armut insgesamt zurückgeht. Dieser Fortschritt habe sich allerdings in den vergangenen Jahren verlangsamt.

Diese Entwicklung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin rund 2,2 Milliarden Menschen nicht nur mit sehr wenig Geld auskommen müssen, die Hälfte von ihnen hat pro Tag sogar weniger als einen Euro zur Verfügung. Gründe dafür sind Finanzkrisen, Naturkatastrophen und gewaltsame Konflikte. Weiter geht aus dem Bericht des UNO-Entwicklungsprogramms hervor, dass es vielen an Bildung und entsprechender Gesunheitsversorgung fehlt.

Wachsende Ungleichheit und Diskriminierungen bedeuteten weltweit für viele Menschen eine ernste Bedrohung. Frauen, Migranten, Menschen mit Behinderungen aber auch Menschen im nicht mehr arbeitsfähigen Alter, fehlt es zu großen Teilen am sozialen Schutz.

Entscheidend bleibt, nachhaltige Fortschritte gegen die Anfälligkeit durch Armut zu erreichen. Ich begrüße es, dass die UNO Regierungen aufruft, sich den Zielen der Vollbeschäftigung zu verpflichten. Dies bringt zweifelsfrei soziale Gewinne und Stabilität.

Die Reduktion sowohl der Armut als auch des Armutsrisikos muss auch nach 2015 im Zentrum der Millenniumsziele bleiben. Den Kampf gegen Hunger und Armut dürfen wir nicht aufgeben.

Der Entwicklungsbericht selber steht zurzeit nur in englischer Sprache zur Verfügung.
http://www.unric.org/en/latest-un-buzz/29340-human-development-report-2014-takes-the-temperature-on-humanity

Millionen wollte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in sein angeblich wichtigstes Politikziel investieren….

Im Januar berichteten die Medien, dass die bayerische Staatsregierung zum 1. August diesen Jahres 830 Stellen streicht. Minister Ludwig Spaenle (CSU) muss auf Druck von Minister Seehofer nun doch noch einen Teil der Lehrerstellen abgeben, die er eigentlich wegen der kontinuierlich zurückgehenden Schülerzahlen schon vor Jahren hätte abliefern sollen. Im Stellenplan für 2014 sind noch insgesamt 86.078 Lehrerstellen ausgewiesen – 2013 waren es noch 86.910.

Auf Eis gelegt wurdeauch die von der bayerischen Staatsregierungversprochene Senkung der Kindergartengebühren. Und nun folgt offenbar der 3. Streich innerhalb weniger Wochen in der Bildungspolitik: das Geld für die Kooperation zwischen Kindergärten und Grundschulen sollum 45 Prozent gekürzt werden.

Hintergrund ist ein Schreiben des Kultusministeriums an die Schulabteilungen der Bezirksregierungen in dem es heisst:“Im Rahmen der Verhandlungen zum Haushalt 2015/2016 zeichnet sich ab, dass für diese Maßnahme künftig weniger Ressourcen zur Verfügung stehen werden“[…] „Es ist nach derzeitigem Stand davon auszugehen, dass die Zuweisung für das Schuljahr 2014/2015 für Maßnahmen der Intensivierung der Kooperation von Kindergarten und Grundschule aus dem Bildungsfinanzierungsgesetz im Vergleich zum Schuljahr 2013/2014 eine Kürzung um rund 45 Prozent beinhalten wird.“  Ein Skandal, der seines Gleichen sucht!

Lehrerinnen und Lehrer sollten an jeder bayerischen Grundschule, was längst noch nicht der Fall ist, eine Stunde zusätzlich bekommen, um gezielt mit den Kindergärten der Umgebung zusammenzuarbeiten. Geplant war unter anderem, dass Vorschulkinder aus dem Kindergarten einen Vormittag in die Schule hätten gehen können. Das Ziel, besser einschätzen zu können, was in der Schule auf sie zukommt, scheint somit in unerreichbarer Weite zu rücken. Unbestritten ist, dass diese Erfahrung vielen Kindern den Übergang vom Kindergarten in die erste Klasse erleichtert hätte. Im Idealfall besprechen die Lehrkräfte nach dem Schulbesuch mit den Erzieherinnen, wie die Kinder zurechtgekommen sind. Die Erzieherinnen können dann die Kinder noch besser auf den Schulanfang vorbereiten. Was bleibt, ist die Verunsicherung vieler Eltern, die einmal mehr von der Staatsregierung, bei ihrer Entscheidung alleine gelassen werden, wenn es um die Einschulung ihres Kindes geht.

Klaus Wenzel, Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), weist zu recht daraufhin, dass vor der Landtagswahl die Staatsregierung versprochen habe, die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Kindergärten zu intensivieren. „Der angekündigte Einschnitt wäre aus Sicht des BLLV ein Skandal“, schreibt Wenzel an Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), Finanzminister Markus Söder (CSU) und alle Fraktionschefs. „Er würde den Verdacht erhärten, dass Bildungsausgaben ganz wesentlich als politische Manövriermasse angesehen werden.“

Aus dem Kultusministerium heißt es, der Brief an die Bezirksregierungen sei eine „Vorsorgemaßnahme“ gewesen, damit die Schulämter die Stunden, die zur Diskussion stehen, nicht schon jetzt verplanen. „Wir sind aber optimistisch, dass wir den Status quo stabil halten können.“

Die Qualität des Betreuungsangebots von Kindern und Jugendlichen steht und fällt mit genügend und gut ausgebildetem Personal. Mit der „Freie Wähler Landtagsfraktion“ forderte ich den bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) mehrmals auf,  seine Sparpolitik endlich zu beenden und zusätzliche Lehrerstellen – gerade für Grundschulen – zu schaffen.

Millionen wollte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in sein angeblich wichtigstes Politikziel investieren – in die Bildung unserer Kinder. Doch die Sparbeschlüsse der schwarzen Alleinregierung Staatsregierung sprechen eine andere Sprache. Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil.

Individuelle Förderung gelingt schon heute nur mit mehr Lehrerstunden. Es gilt das CSU-Streichkonzert in der Bildung zu stoppen. Ohne Wenn und Aber!

Falsches Signal – Neues Gesetz in Bolivien erlaubt Kinderarbeit

In Bolivien ist Kinderarbeit ab sofort schon ab einem Alter von zehn Jahren offiziell erlaubt. Die Abgeordneten billigten ein neues Gesetz, demzufolge Unternehmen lediglich die körperliche und geistige Gesundheit ihrer jungen Arbeitskräfte garantieren müssen. Begründet wird das neue Gesetz, um gegen die extreme Armut helfen zu können. Es verpflichtet Unternehmen, Ausbeutung zu verhindern.

Die bisherige Grenze von 14 Jahren wurde in Bolivien selten beachtet. 850.000 Betroffene sind es nach Schätzungen des Arbeitsministeriums im ganzen Land. Demnach arbeitet im ärmsten südamerikanischen Land fast jedes vierte Kind, statt zur Schule zu gehen.

Bolivien hat trotz seines Rohstoffreichtums das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen aller südamerikanischen Länder. Es ist die Armut der Eltern, die sie dazu zwingt, ihre Kinder arbeiten zu lassen. Diese gilt es durch Ausbildung und Durchsetzung von Arbeitsrechten als Sofortmaßnahme zu bekämpfen. Nur wenn die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft Boliviens und aller Entwicklungsländer nachhaltig durch Bildung gestaltet wird, bekommen die Kinder ihre Lebensexistenz auf Dauer und das von Generation zu Generation.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals an alle international tätigen Unternehmen appellieren, auf das Einhalten des 1999 getroffenen „Übereinkommen über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit“ zu achten und sich dafür einzusetzen, dass Kinder ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können, anstatt arbeiten gehen zu müssen.

 

Der Schlüssel, mit dem Kinderarbeit ein Ende gesetzt werden kann, ist und bleibt die Bildung. Eine große Aufgabe für unsere gemeinsame Zukunft. 

Ministerrat beschließt längst überfällige Eckpunkte für „Familienpakt Bayern“

Der Ministerrat hat gestern die längst überfälligen Eckpunkte für den „Familienpakt Bayern“ beschlossen, den Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer  in seiner Regierungserklärung am 12. November 2013 im Bayerischen Landtag als wichtiges bayerisches Ziel angekündigt hat.

Ich begrüße Ministerin Haderthauers Einsicht, die Umsetzung der Ganztagsgarantie als wesentliches Ziel des Familienpakts zusehen. „Wir haben in Bayern eine gute Abdeckung, was Kindergarten und Krippe angeht. Aber wenn die Kinder dann ins Schulalter kommen, werden die Eltern kaum auf einen entsprechenden Betreuungsumfang verzichten wollen. Hier gilt es, Lücken zu schließen.“, so Staatskanzleiministerin Haderthauer weiter. Voraussichtlich noch vor der Sommerpause soll der „Familienpakt Bayern“ von Ministerpräsident Seehofer und den Spitzen der bayerischen Wirtschaftsverbände unterzeichnet werden.

Erst Ende vergangener Woche wurde der jüngste Monitor „Mehr Zeit für Familien – kommunale Familienzeitpolitik in Deutschland“ veröffentlicht und dieser rückt kommunale Familienzeitpolitik als politisches Handlungsfeld in den Mittelpunkt und gibt einen Überblick über die bisherigen zeitpolitischen Maßnahmen.

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Manuela Schwesig weißt zurecht daraufhin, dass sich die Lebenswirklichkeit von Familien stark verändert. Bereits 2010 (als familienpolitische Sprecherin der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion) verwies ich darauf, dass das alte Modell, nach dem der Mann das Geld nach Hause bringt und sich die Frau um Haus und Kinder kümmert und lediglich etwas dazuverdient, schon lange nicht mehr den Wünschen der heutigen Eltern entspricht.

Väter wollen heute mehr Zeit für ihre Kinder haben und Mütter – auch mit kleinen Kindern – wollen arbeiten. Aber das ist längst bekannt. Bekannt ist aber auch, dass wir in Bayern dringend flexible Arbeitszeiten brauchen, verbunden mit qualitativ hochwertigen Kindertageseinrichtungen und flächendeckenden Ganztagsschulen.

Um wirklich weiter zu kommen, braucht es allerdings mehr als gefällige Appelle unserer Regierung mit dem Hinweis für familienfreundliche Arbeitsmodelle, flexible Arbeitszeiten und Ausgleich der Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau. Dieser 33. Monitor „Mehr Zeit für Familien – kommunale Familienzeitpolitik in Deutschland“ unterstreicht meine Forderung, dass es auch eine Aufgabe der Politik ist, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln das nötige Umdenken in der Gesellschaft und den Wandel in der Unternehmenskultur zu fördern – weg von längst überholten Idealvorstellungen und festgefahrenen Rollenbildern.

Und letztlich wird den Unternehmen auch gar nichts anderes übrig bleiben, als hier zu reagieren, wenn sie für junge Generationen als Arbeitgeber attraktiv sein möchten.

Mit dem bayerischen Familienpakt soll auch auf die Bedürfnisse pflegender Angehöriger im beruflichen Umfeld aufmerksam und konkrete Unterstützungsmöglichkeiten für Beschäftigte und Unternehmen aufgezeigt werden. Ich appelliere an die Bundesregierung und hier insbesondere an Gesundheitsminister Hermann Gröhe, pflegende Angehörige als eine wichtige Stütze des Sozialsystems zu stärken. Wer die Pflege behinderter und älterer Menschen sicherstellen will, muss Familien entlasten. Pflegende Angehörige haben keine Lobby und das gilt es endlich zu ändern!

http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Monitor-Familienforschung-Ausgabe-33,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

 

 

Nationale Bildungsbericht 2014 vorgestellt – Es besteht dringender Handlungsbedarf

Am vergangenen Freitag wurde in Berlin der Nationale Bildungsbericht 2014 vorgestellt.Eineunabhängige Expertenkommission aus Soziologen, Erziehungswissenschaftlern und Statistikern stellten im Auftrag von Bund und Ländern ihre Ergebnisse vor und beleuchteten das recherchierte Material.

Auf den Punkt gebracht, machten die Autoren des Bildungsberichts 2014 einen „Trend zu mehr Bildung“, vom Kindergarten bis zur Hochschule in Deutschland aus, verwiesen aber auf die nach wie vor bestehenden Unterschiede zwischen einzelnen Gruppen, deren  Benachteiligungen zu wenig ausgeglichen würden.

Ich fühle mich in meiner Meinung bestätigt, dass als weitere wichtige Herausforderungen für die Bildungspolitik, der Bericht über die Qualitätssteigerung in der frühkindlichen Betreuung, ein klares pädagogisches Konzept für Ganztagsschulen, der Übergang von Schule zur Berufsausbildung ohne „Warteschleife“ und die Vermeidung von Konkurrenz zwischen beruflicher Bildung und Studium zu nennen ist. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Weitere Schwerpunkte und Ergebnisse des diesjährigen Berichts können Sie hier nachlesen.

http://www.bildungsbericht.de/index.html?seite=11123