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Lesen bleibt auch im Zeitalter der Elektronik die Schlüsselqualifikation für das weitere Leben unserer Kinder

Für fünf Tage ist Frankfurt der Schauplatz für Buch, Multimedia und Kommunikation. Unsere globale Welt dreht sich mehr denn je um das Wort und funktioniert zweifelsfrei mit „Bücherwissen“, egal ob gedruckt oder digital dargestellt. Ich appelliere an alle Väter und Mütter, ihren Kindern das knappe Gut „Zeit“ zu schenken und zum Beispiel immer wieder gemeinsam durch einen Bücherladen zu streifen oder die nahegelegene Bücherei zu besuchen, zusammen durch Bücher oder Kinderzeitschriften zu blättern oder die Kinderseite der Zeitung spielerisch zu erkunden, statt sie vor den Fernseher zu setzen.

Lesen bleibt auch im Zeitalter der Elektronik die Schlüsselqualifikation für das weitere Leben unserer Kinder.

Kind oder Karriere, statt Kind und Karriere!

Ich halte weiterhin das Betreuungsgeld für ein falsches Signal in Richtung Gleichstellungspolitik und gesellschaftlicher Fortschritt. Es stellt die Eltern vor die Wahl: Kind oder Karriere, statt Kind und Karriere!

Hintergrund: Über 51.000 Kinder erhalten in Bayern Betreuungsgeld – nirgendwo sonst in der Bundesrepublik sind die Zahlen höher. Auch der Anteil der Eltern, die die Bezugsdauer voll ausschöpfen, ist im Freistaat mit 84,5 Prozent am höchsten.

Studie: Betreuungsgeld hält von Kita ab und Ministerin Schwesig (SPD) schafft offenbar doch keine bundeseinheitlichen Mindeststandards für Kindertagesstätten

Angesichts fehlender Pädagogen in deutschen Kitas wären bundeseinheitliche Mindeststandards für Kindertagesstätten mehr als dringend erforderlich. Doch entgegen Ihrer Ankündigung will Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) diese nun offenbar doch nicht schaffen. Verbindliche Qualitätsstandards wie die Personalausstattung oder die Qualifikation von pädagogischen Fachkräften werde man „mittelfristig“, also in der nächsten Legislaturperiode, betrachten, hieß es auf Anfrage des SPIEGEL aus Schwesigs Ressortspitze.

Zu dieser Meldung mit fatalen Folgen für die frühkindliche Bildung kommt ebenfalls an diesem Wochenende die Meldung aus der Wissenschaft, dass das Betreuungsgeld, eine Erfindung der schwarz-gelben Vorgängerregierung, vor allem Zuwandererfamilien und bildungsferne Eltern offensichtlich davon abhält, ihre Kinder in die Kita zu schicken. Das ergab eine Untersuchung durch das Deutsche Jugendinstitut und die Universität Dortmund. Bemühungen um Chancengerechtigkeit werden geradezu unterlaufen, heisst es aus Kreisen der Wissenschaftler. Das Geld sei ein besonderer Anreiz, kein Angebot frühkindlicher Bildung zu nutzen.

Danach nannten von jenen Eltern, die keine Berufsausbildung oder nur einen Hauptschulabschluss haben, 54 Prozent das Betreuungsgeld als Grund dafür, dass sie ihre Kleinkinder nicht in eine Kita schicken. Bei Eltern mit mittlerem Bildungsabschluss reduziere sich der Anteil auf 14 Prozent, bei Akademikern gar auf 8 Prozent. Von den Eltern mit Migrationshintergrund, die keine Betreuung für ihr Kleinkind wünschten, führten 25 Prozent das Betreuungsgeld als Begründung an. Bei deutschstämmigen Eltern lag dieser Anteil nur bei 13 Prozent.

Liebe Leser, gerade bei der Sprachförderung zeigt sich doch, wie wertvoll die Betreuung und Bildung in einer Kita ist. Ich wünsche mir daher nichts mehr, als dass Deutschland seine Familien- und Kinderpolitik endlich an der gesellschaftlichen Realität ausrichtet!  Ein letzter Hoffnungsschimmer: Entschieden wird über das Betreuungsgeld vor dem Bundesverfassungsgericht! In Karlsruhe läuft noch eine Klage der Hansestadt Hamburg gegen die Familienleistung.

Die Reduzierung der Kindergartengebühren hätte für über 100.000 bayerische Familien eine Entlastung um 600 Euro pro Kalenderjahr bedeutet!

Auf Vorschlag von Bayerns Familienministerin Emilia Müller hat der Ministerrat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, die staatliche Förderung der Kinderbetreuungseinrichtungen um jährlich 63 Millionen Euro aufzustocken, um den Trägern weitere Verbesserungen der Betreuungsqualität zu ermöglichen. [https://claudiajungaul.wordpress.com/2014/06/26/das-brechen-von-wahlversprechen-der-csu-ist-das-eigentliche-csu-programm/]

Dazu heisst es, dass der für die kindbezogene Förderung maßgebliche Basiswert erhöht werde, sofern die für die Kinderbetreuung zuständigen Kommunen den Aufschlag in gleicher Höhe erbringen und sicherstellen, dass die zusätzlichen Mittel zur Verbesserung der Betreuungsqualität eingesetzt werden. Ich begrüße es, dass Kindertageseinrichtungen nach Auskunft des Familienministeriums künftig insgesamt bis zu 126 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich zur Verfügung stehen. Es täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die CSU ihr Wahlversprechen aus ihrem „Bayernplan“, die Reduzierung der Kindergartengebühren für das zweite Kindergartenjahr im Herbst um 50 Euro, vorerst nicht realisiert.

Für über 100.000 bayerische Familien hätte dieses eine Entlastung um 600 Euro pro Kalenderjahr bedeutet. Es wäre daher geboten gewesen, das Wahlversprechen einzulösen.

Millionen wollte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in sein angeblich wichtigstes Politikziel investieren….

Im Januar berichteten die Medien, dass die bayerische Staatsregierung zum 1. August diesen Jahres 830 Stellen streicht. Minister Ludwig Spaenle (CSU) muss auf Druck von Minister Seehofer nun doch noch einen Teil der Lehrerstellen abgeben, die er eigentlich wegen der kontinuierlich zurückgehenden Schülerzahlen schon vor Jahren hätte abliefern sollen. Im Stellenplan für 2014 sind noch insgesamt 86.078 Lehrerstellen ausgewiesen – 2013 waren es noch 86.910.

Auf Eis gelegt wurdeauch die von der bayerischen Staatsregierungversprochene Senkung der Kindergartengebühren. Und nun folgt offenbar der 3. Streich innerhalb weniger Wochen in der Bildungspolitik: das Geld für die Kooperation zwischen Kindergärten und Grundschulen sollum 45 Prozent gekürzt werden.

Hintergrund ist ein Schreiben des Kultusministeriums an die Schulabteilungen der Bezirksregierungen in dem es heisst:“Im Rahmen der Verhandlungen zum Haushalt 2015/2016 zeichnet sich ab, dass für diese Maßnahme künftig weniger Ressourcen zur Verfügung stehen werden“[…] „Es ist nach derzeitigem Stand davon auszugehen, dass die Zuweisung für das Schuljahr 2014/2015 für Maßnahmen der Intensivierung der Kooperation von Kindergarten und Grundschule aus dem Bildungsfinanzierungsgesetz im Vergleich zum Schuljahr 2013/2014 eine Kürzung um rund 45 Prozent beinhalten wird.“  Ein Skandal, der seines Gleichen sucht!

Lehrerinnen und Lehrer sollten an jeder bayerischen Grundschule, was längst noch nicht der Fall ist, eine Stunde zusätzlich bekommen, um gezielt mit den Kindergärten der Umgebung zusammenzuarbeiten. Geplant war unter anderem, dass Vorschulkinder aus dem Kindergarten einen Vormittag in die Schule hätten gehen können. Das Ziel, besser einschätzen zu können, was in der Schule auf sie zukommt, scheint somit in unerreichbarer Weite zu rücken. Unbestritten ist, dass diese Erfahrung vielen Kindern den Übergang vom Kindergarten in die erste Klasse erleichtert hätte. Im Idealfall besprechen die Lehrkräfte nach dem Schulbesuch mit den Erzieherinnen, wie die Kinder zurechtgekommen sind. Die Erzieherinnen können dann die Kinder noch besser auf den Schulanfang vorbereiten. Was bleibt, ist die Verunsicherung vieler Eltern, die einmal mehr von der Staatsregierung, bei ihrer Entscheidung alleine gelassen werden, wenn es um die Einschulung ihres Kindes geht.

Klaus Wenzel, Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), weist zu recht daraufhin, dass vor der Landtagswahl die Staatsregierung versprochen habe, die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Kindergärten zu intensivieren. „Der angekündigte Einschnitt wäre aus Sicht des BLLV ein Skandal“, schreibt Wenzel an Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), Finanzminister Markus Söder (CSU) und alle Fraktionschefs. „Er würde den Verdacht erhärten, dass Bildungsausgaben ganz wesentlich als politische Manövriermasse angesehen werden.“

Aus dem Kultusministerium heißt es, der Brief an die Bezirksregierungen sei eine „Vorsorgemaßnahme“ gewesen, damit die Schulämter die Stunden, die zur Diskussion stehen, nicht schon jetzt verplanen. „Wir sind aber optimistisch, dass wir den Status quo stabil halten können.“

Die Qualität des Betreuungsangebots von Kindern und Jugendlichen steht und fällt mit genügend und gut ausgebildetem Personal. Mit der „Freie Wähler Landtagsfraktion“ forderte ich den bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) mehrmals auf,  seine Sparpolitik endlich zu beenden und zusätzliche Lehrerstellen – gerade für Grundschulen – zu schaffen.

Millionen wollte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in sein angeblich wichtigstes Politikziel investieren – in die Bildung unserer Kinder. Doch die Sparbeschlüsse der schwarzen Alleinregierung Staatsregierung sprechen eine andere Sprache. Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil.

Individuelle Förderung gelingt schon heute nur mit mehr Lehrerstunden. Es gilt das CSU-Streichkonzert in der Bildung zu stoppen. Ohne Wenn und Aber!

Ministerrat beschließt längst überfällige Eckpunkte für „Familienpakt Bayern“

Der Ministerrat hat gestern die längst überfälligen Eckpunkte für den „Familienpakt Bayern“ beschlossen, den Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer  in seiner Regierungserklärung am 12. November 2013 im Bayerischen Landtag als wichtiges bayerisches Ziel angekündigt hat.

Ich begrüße Ministerin Haderthauers Einsicht, die Umsetzung der Ganztagsgarantie als wesentliches Ziel des Familienpakts zusehen. „Wir haben in Bayern eine gute Abdeckung, was Kindergarten und Krippe angeht. Aber wenn die Kinder dann ins Schulalter kommen, werden die Eltern kaum auf einen entsprechenden Betreuungsumfang verzichten wollen. Hier gilt es, Lücken zu schließen.“, so Staatskanzleiministerin Haderthauer weiter. Voraussichtlich noch vor der Sommerpause soll der „Familienpakt Bayern“ von Ministerpräsident Seehofer und den Spitzen der bayerischen Wirtschaftsverbände unterzeichnet werden.

Erst Ende vergangener Woche wurde der jüngste Monitor „Mehr Zeit für Familien – kommunale Familienzeitpolitik in Deutschland“ veröffentlicht und dieser rückt kommunale Familienzeitpolitik als politisches Handlungsfeld in den Mittelpunkt und gibt einen Überblick über die bisherigen zeitpolitischen Maßnahmen.

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Manuela Schwesig weißt zurecht daraufhin, dass sich die Lebenswirklichkeit von Familien stark verändert. Bereits 2010 (als familienpolitische Sprecherin der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion) verwies ich darauf, dass das alte Modell, nach dem der Mann das Geld nach Hause bringt und sich die Frau um Haus und Kinder kümmert und lediglich etwas dazuverdient, schon lange nicht mehr den Wünschen der heutigen Eltern entspricht.

Väter wollen heute mehr Zeit für ihre Kinder haben und Mütter – auch mit kleinen Kindern – wollen arbeiten. Aber das ist längst bekannt. Bekannt ist aber auch, dass wir in Bayern dringend flexible Arbeitszeiten brauchen, verbunden mit qualitativ hochwertigen Kindertageseinrichtungen und flächendeckenden Ganztagsschulen.

Um wirklich weiter zu kommen, braucht es allerdings mehr als gefällige Appelle unserer Regierung mit dem Hinweis für familienfreundliche Arbeitsmodelle, flexible Arbeitszeiten und Ausgleich der Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau. Dieser 33. Monitor „Mehr Zeit für Familien – kommunale Familienzeitpolitik in Deutschland“ unterstreicht meine Forderung, dass es auch eine Aufgabe der Politik ist, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln das nötige Umdenken in der Gesellschaft und den Wandel in der Unternehmenskultur zu fördern – weg von längst überholten Idealvorstellungen und festgefahrenen Rollenbildern.

Und letztlich wird den Unternehmen auch gar nichts anderes übrig bleiben, als hier zu reagieren, wenn sie für junge Generationen als Arbeitgeber attraktiv sein möchten.

Mit dem bayerischen Familienpakt soll auch auf die Bedürfnisse pflegender Angehöriger im beruflichen Umfeld aufmerksam und konkrete Unterstützungsmöglichkeiten für Beschäftigte und Unternehmen aufgezeigt werden. Ich appelliere an die Bundesregierung und hier insbesondere an Gesundheitsminister Hermann Gröhe, pflegende Angehörige als eine wichtige Stütze des Sozialsystems zu stärken. Wer die Pflege behinderter und älterer Menschen sicherstellen will, muss Familien entlasten. Pflegende Angehörige haben keine Lobby und das gilt es endlich zu ändern!

http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Monitor-Familienforschung-Ausgabe-33,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf