Schlagwort-Archive: Energiewende

„Alles nach Plan?“, Herr Ministerpräsident Seehofer? – Zusätzlich installierte Leistung für die Flexibilisierung von Biogas- Bestandsanlagen deutschlandweit auf 1.350 MW gedeckelt! Bayernplan – Fehlanzeige!

„In Bayern werden aktuell noch 58 Prozent der Stromversorgung über Atomenergie abgedeckt. Bis spätestens 2022, wenn das letzte bayerische AKW vom Netz geht, soll die Stromproduktion im Freistaat vollständig durch den Ausbau von Erneuerbaren Energien und neuen flexiblen Gaskraftwerken gesichert werden. Der Stromanteil aus Erneuerbaren Energien wird bis zum Jahr 2021 auf rund 50 bis 54 Prozent verdoppelt werden.“ – So steht es auf der Website des Fachverband Biogas e.V. (Stand 05.08.2014  – Uhr 10.00)

Die Zahl der erforderlichen neuen Gaskraftwerke im Freistaat durch ein Netz kleiner Biogasanlagen zu verringern, hatte Ministerpräsident Horst Seehofer im Mai 2012 vorgeschlagen. Von ca. 2.000 Megawatt (MW) Leistung, die  die bayerischen Biogasanlagen angeblich erbringen könnten, sprach Landwirtschaftsminister Helmut Brunner.

Da wundert es mich jetzt doch, dass Energieministerin Ilse Aigner auf Anfrage der FREIEN WÄHLER Landtagsfraktion, auf die zum 01. August in Kraft getretene Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verweist, in dem die zusätzlich installierte Leistung für die Flexibilisierung von Bestandsanlagen deutschlandweit auf 1.350 MW gedeckelt wird. Bayernplan – Fehlanzeige!

Wie möchten Sie denn die von Minister Brunner angestrebten 2.000 MW erreichen, sehr geehrter Herr Ministerpräsident Seehofer? Da schließe ich mich den Worten meines früheren Fraktionskollegen Thorsten Glauber an: „Die Große Koalition in Berlin hat auf ganzer Linie dafür gesorgt, dass es zukünftig für unsere bayerischen Familienbetriebe nicht mehr rentabel sein wird, in Biogasanlagen zu investieren.“

Im Landkreis Pfaffenhofen fallen jährlich rund 16.350 Tonnen Grüngut und ca. 6.200 Tonnen Bioabfall an, die mit enormen Kosten entsorgt werden müssen. Ein Rohstoff, den man nutzen kann! Eine moderne Biogasanlage würde nicht nur Entsorgungskosten sparen, sondern bei geringem Wartungsaufwand und weitgehend emissionsfrei Biogas und wertvollen Dünger erzeugen. Das dürfte mit der Entscheidung der Minister Gabriel und Seehofer nicht mehr zu realisieren sein.

„Alles nach Plan?“, Herr Ministerpräsident Seehofer?

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Gabriels Kurswechsel bei der Süd-Ost Stromtrasse ist kein Kurswechsel

Bayerns Wirtschaftsministerin Aigner teilt die Einschätzung von Bundeswirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel über die umstrittene Südoststrom-Trasse, dass ein solches Projekt nicht über die Köpfe der Bürger und gegen deren Widerstand durchsetzbar sei. Gabriels Kurswechsel bei der Süd-Ost Stromtrasse ist kein Kurswechsel. Die geplante Hochspannungsleitung soll nur teilweise unterirdisch verlegt werden. Für das Landschaftsbild sicherlich schön, für die Energiewende vor Ort nicht zielführend. Energieminister Gabriel vermittelt mit seinem Auftreten in Nürnberg das Gefühl, das übergeordnete wirtschaftspolitische Interessen wichtiger sind, als Bürgerinteressen vor Ort.

Es geht nicht darum, dass auch in einer Zukunft ohne Kernenergie irgendwie genügend Strom in Bayern ankommt, sondern dass die Energiewende lokal angegangen wird. Das Geld hier vor Ort investiert, ist eine Chance für unser Handwerk, und das macht uns entsprechend unabhängig.

Die CDU/CSU-SPD Regierungskoalition behandelt die Energiewende so, als wäre sie nicht in der Lage, ihre Chancen einer lokal strukturierten Energiewende zu erkennen. In der Energiewende liegen große Chancen, aber unsere Ministerinnen und Minister beharren auf alten Strukturen.

EEG Novellierung fällt uns Bürgern zweimal aufs Butterende

Nicht nur, dass mit der EEG Novellierung eine deutliche Entlastung der Privathaushalte zunichtegemacht worden ist, jetzt droht der Einzelhandel mit entsprechenden Preiserhöhungen, die der EEG Novelle geschuldet sind.

„Der Einzelhandel muss nicht nur mit hohen Stromkosten klarkommen, er muss auch noch die Rabatte anderer Konzerne mitfinanzieren – und das, obwohl der Handel die Branche mit den dritthöchsten Stromkosten in Deutschland ist“, sagte Kai Falk, Geschäftsführer des Handelsverbands, den Stuttgarter Nachrichten.

Es war zunächst richtig, die energieintensive Industrie von Zusatzbelastungen durch die EEG-Umlage freizustellen. Wenn man aber beim Gegenteil angekommen ist und der Verbraucher einen viel zu hohen Anteil der Kosten wegen dieser Freistellungen übernimmt, muss man was ändern.

Die EEG Novellierung fällt uns Bürgern zweimal aufs Butterende! Die Sorgen des Einzelhandel teile ich. Dass wegen der steigenden Strompreise auch die Kaufkraft der Kunden sinkt, ist auch kein Geheimnis.

In Sachen Energiewende könnten wir in Europa weiter Vorreiter bleiben, wenn wir nur die richtigen Politiker dafür hätten.

Prof. Dr. Wolfgang Arlt appelliert an die Politik genau zu prüfen, ob der Bau von Stromtrassen wirklich die beste Lösung sei

Prof. Dr. Wolfgang Arlt, Verfahrenstechniker an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, appellierte bei einem energiepolitischen Fachgespräch der Jungen Gruppe der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag an die Politik, genau zu prüfen, ob der Bau von Stromtrassen wirklich die beste Lösung sei. „Bayern muss stärker auf innovative Lösungen zur Stromspeicherung setzen. Wenn die Stromtrassen jetzt vorschnell gebaut werden, dann ist für die nächsten 50 Jahre alles fixiert und innovative Lösungen haben sich damit erledigt.“

Es ist unschwer zu erkennen, dass schwarz/rot noch die wenig ambitionierten Ziele der inzwischen abgewählten schwarz-gelben Regierung im Klimaschutz unterbietet

Sehr geehrter Minister Gabriel, das riecht aber jetzt nach einem Windei! Der Strom wird nicht billiger, die Energiewende nicht gerechter.

Es ist unschwer zu erkennen, dass schwarz/rot noch die wenig ambitionierten Ziele der inzwischen abgewählten schwarz-gelben Regierung im Klimaschutz unterbietet. Bis 2020 soll es nur etwa 35 Prozent Ökostrom geben – nur zehn Prozent mehr als heute. Damit lässt sich mehr als gerademal der wegfallende Atomstrom ersetzen.

Im Hauruckverfahren haben Union und SPD ihre EEG-Novelle im Bundestag über die Ziellinie gebracht. Und jetzt verkauft uns Minister Sigmar Gabriel es als große Errungenschaft! Bereits ab 2017 soll dann die Höhe der Ökostromvergütung durch Ausschreibungsmodelle ermittelt werden. In einem solchen Wettbewerb können Privatleute und Genossenschaften nicht mehr mithalten.

http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen,did=646312.html

 

Es gilt auch weiterhin die Trasse in vollem Umfang abzulehnen und stattdessen auf eine regionale, dezentrale Energiewende zu setzen!

Seehofers Schwenk bei der Planung war vorauszusehen!

Wie der „Focus“ berichtet, sollen sich die Parteichefs Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Sigmar Gabriel (SPD) – darauf geeinigt haben, den Verlauf der Süd-Ost Trasse zu ändern. Beginnen soll die Trasse demnach nicht mehr in Sachsen-Anhalt sondern in Mecklenburg-Vorpommern. Als Endpunkt ist nun die Region Landshut im Gespräch. Offenbar will Ministerpräsident Seehofer uns Gegnern mit der neuen Trassenführung den Wind aus den Segeln nehmen. In Mecklenburg-Vorpommern würde vorwiegend Windenergie erzeugt und kaum Strom aus Braunkohle gewonnen, heisst es aus dem Wirtschaftsministerium.

Seehofers Schwenk bei der Planung war vorauszusehen! Es gilt auch weiterhin die Trasse in vollem Umfang abzulehnen und stattdessen auf eine regionale, dezentrale Energiewende zu setzen!

„Das Geld des Dorfes dem Dorfe“: Eine lokale Wertschöpfung durch Installation, Betrieb und Wartung regenerativer Kraftwerke garantiert dem Bürger, dem Handwerk, der Landwirtschaft und letztlich den Kommunen zusätzliche Einnahmen durch Beschäftigung bzw. Steuern. Genossenschaftsmodelle in der Energieerzeugung sind zu stärken – zum Wohle des Bürgers, der im Mittelpunkt jeder politischen Betrachtungsweise stehen soll. Eine Zustimmung der neu geplanten Stromstrasse würde ein fatales Signal aussenden: Gegen die Energiewende in Bayern! Und das wäre umwelt- und energiepolitisch der absolute Nonsens!

Reform des EEG trifft den Landkreis Pfaffenhofen in voller Wucht

 

Die grundlegende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die in wenigen Tagen von unseren Regierungsverantwortlichen im Bundestag durchgepeitscht wurde, trifft den Landkreis Pfaffenhofen in voller Wucht.

Energieminister Gabriel (SPD) stellt in meinen Augen bewusst die Biogaserzeugung ein und beendet die Technologieentwicklung, wobei sie eine Chance wäre, eine residuale, eine flexible Energieerzeugung zum Ausgleich von Wind- und Sonnenenergie zu bekommen. Es ist mehr als bedenklich, vor allem aber unverantwortlich, dass man eine gute Technik, die in Deutschland entstanden ist, so beendet. Ein Heer von Arbeitslosen aus der Branche ist zu erwarten. Die schwarz-rote Bundesregierung verschlechtert die Bedingungen der Eigenstromregelung, sodass wir mit Ausnahme des Kleinsegments in Zukunft wohlmöglich null Photovoltaikstrom mehr haben. Es ist absurd, dass Seehofer mit H10 die Windenergie beschneidet und die Regierungsverantwortlichen die Energiegewinnung aus Sonne abwürgen.

Dieser komplette Unsinn ist das Ergebnis einer übermächtigen „Großen Koalition“! Und in Ihrem jüngsten Newsletter feierte die CSU, Dank des bevorteilten Bestandschutzes, dieses sogar noch als große Errungenschaft. Das verstehe wer will!