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Kind oder Karriere, statt Kind und Karriere!

Ich halte weiterhin das Betreuungsgeld für ein falsches Signal in Richtung Gleichstellungspolitik und gesellschaftlicher Fortschritt. Es stellt die Eltern vor die Wahl: Kind oder Karriere, statt Kind und Karriere!

Hintergrund: Über 51.000 Kinder erhalten in Bayern Betreuungsgeld – nirgendwo sonst in der Bundesrepublik sind die Zahlen höher. Auch der Anteil der Eltern, die die Bezugsdauer voll ausschöpfen, ist im Freistaat mit 84,5 Prozent am höchsten.

Studie: Betreuungsgeld hält von Kita ab und Ministerin Schwesig (SPD) schafft offenbar doch keine bundeseinheitlichen Mindeststandards für Kindertagesstätten

Angesichts fehlender Pädagogen in deutschen Kitas wären bundeseinheitliche Mindeststandards für Kindertagesstätten mehr als dringend erforderlich. Doch entgegen Ihrer Ankündigung will Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) diese nun offenbar doch nicht schaffen. Verbindliche Qualitätsstandards wie die Personalausstattung oder die Qualifikation von pädagogischen Fachkräften werde man „mittelfristig“, also in der nächsten Legislaturperiode, betrachten, hieß es auf Anfrage des SPIEGEL aus Schwesigs Ressortspitze.

Zu dieser Meldung mit fatalen Folgen für die frühkindliche Bildung kommt ebenfalls an diesem Wochenende die Meldung aus der Wissenschaft, dass das Betreuungsgeld, eine Erfindung der schwarz-gelben Vorgängerregierung, vor allem Zuwandererfamilien und bildungsferne Eltern offensichtlich davon abhält, ihre Kinder in die Kita zu schicken. Das ergab eine Untersuchung durch das Deutsche Jugendinstitut und die Universität Dortmund. Bemühungen um Chancengerechtigkeit werden geradezu unterlaufen, heisst es aus Kreisen der Wissenschaftler. Das Geld sei ein besonderer Anreiz, kein Angebot frühkindlicher Bildung zu nutzen.

Danach nannten von jenen Eltern, die keine Berufsausbildung oder nur einen Hauptschulabschluss haben, 54 Prozent das Betreuungsgeld als Grund dafür, dass sie ihre Kleinkinder nicht in eine Kita schicken. Bei Eltern mit mittlerem Bildungsabschluss reduziere sich der Anteil auf 14 Prozent, bei Akademikern gar auf 8 Prozent. Von den Eltern mit Migrationshintergrund, die keine Betreuung für ihr Kleinkind wünschten, führten 25 Prozent das Betreuungsgeld als Begründung an. Bei deutschstämmigen Eltern lag dieser Anteil nur bei 13 Prozent.

Liebe Leser, gerade bei der Sprachförderung zeigt sich doch, wie wertvoll die Betreuung und Bildung in einer Kita ist. Ich wünsche mir daher nichts mehr, als dass Deutschland seine Familien- und Kinderpolitik endlich an der gesellschaftlichen Realität ausrichtet!  Ein letzter Hoffnungsschimmer: Entschieden wird über das Betreuungsgeld vor dem Bundesverfassungsgericht! In Karlsruhe läuft noch eine Klage der Hansestadt Hamburg gegen die Familienleistung.

Bertelsmann-Studie: Deutschlands Kitas fehlen 120.000 Erzieher

 

Für eine hochwertige frühkindliche Bildung benötigen die Einrichtungen laut einer gestern vorgestellten Analyse der Bertelsmann Stiftung zufolge, weitere 120.000 Erzieherinnen und Erzieher. Dass die CDU/CSU Bundestagsfraktion den konstant gebliebenen Personalschlüssel seit der letzten Erhebung, obwohl in den Kitas immer mehr Kinder betreut werden, als ein „sehr erfreuliches Ergebnis“ in ihrem Newsletter feiert, verstehe wer will – ich nicht.

Unbestritten ist, dass der Personalschlüssel in Kindertagesstätten von entscheidender Bedeutung für die Qualität der frühkindlichen Bildung ist. Bisherige Studien belegen ohne Ausnahme, dass Kinder ihre sprachlichen, aber auch ihre sozialen Fähigkeiten besser entwickeln, je kleiner die Gruppe ist, die die Erzieherinnen und Erzieher betreuen müssen. Und genau hier hapert es in vielen Bundesländern gewaltig, auch in Bayern!

Für eine kindgerechte und pädagogisch sinnvolle Betreuung fordert die Stiftung, dass bei den unter Dreijährigen eine Erzieherin für höchstens drei Kinder verantwortlich ist. Für die Altersgruppe ab drei Jahren sollte der Personalschlüssel nicht schlechter als 1 zu 7,5 sein.

„Politik und Praxis sollten sich auf bundesweite kindgerechte Standards einigen, damit alle Kita-Kinder in Deutschland gute Bildungschancen haben“, sagte Dräger. Dazu muss die Qualitätssteigerung das Ziel unserer Regierenden der nächsten Jahre sein. Auch wenn der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze und die Sicherung der Qualität ureigene Aufgabe der Länder ist, muss eine hochwertige frühkindliche Förderung auch für den Bund die wichtigste familien- und bildungspolitische Aufgabe der Zukunft bleiben.

Ich begrüße es, dass Kindertageseinrichtungen nach Auskunft des bayerischen Familienministeriums künftig insgesamt bis zu 126 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich zur Verfügung stehen. Es täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die CSU ihr Wahlversprechen aus ihrem „Bayernplan“, die Reduzierung der Kindergartengebühren für das zweite Kindergartenjahr im Herbst um 50 Euro, vorerst nicht realisiert. Für über 100.000 bayerische Familien hätte dieses eine Entlastung um 600 Euro pro Kalenderjahr bedeutet. Es wäre einerseits geboten gewesen, das Wahlversprechen einzulösen, andererseits gilt es jetzt zu prüfen, ob dieses Geld tatsächlich die Qualität an Bayerns Kindergärten erhöht. Den Kindern wäre es zu wünschen. Bildung ist die beste Sozialversicherung.

Lesen Sie dazu:

http://www.tagesschau.de/inland/kita-studie-erzieherinnen-100.html

 

Die Reduzierung der Kindergartengebühren hätte für über 100.000 bayerische Familien eine Entlastung um 600 Euro pro Kalenderjahr bedeutet!

Auf Vorschlag von Bayerns Familienministerin Emilia Müller hat der Ministerrat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, die staatliche Förderung der Kinderbetreuungseinrichtungen um jährlich 63 Millionen Euro aufzustocken, um den Trägern weitere Verbesserungen der Betreuungsqualität zu ermöglichen. [https://claudiajungaul.wordpress.com/2014/06/26/das-brechen-von-wahlversprechen-der-csu-ist-das-eigentliche-csu-programm/]

Dazu heisst es, dass der für die kindbezogene Förderung maßgebliche Basiswert erhöht werde, sofern die für die Kinderbetreuung zuständigen Kommunen den Aufschlag in gleicher Höhe erbringen und sicherstellen, dass die zusätzlichen Mittel zur Verbesserung der Betreuungsqualität eingesetzt werden. Ich begrüße es, dass Kindertageseinrichtungen nach Auskunft des Familienministeriums künftig insgesamt bis zu 126 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich zur Verfügung stehen. Es täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die CSU ihr Wahlversprechen aus ihrem „Bayernplan“, die Reduzierung der Kindergartengebühren für das zweite Kindergartenjahr im Herbst um 50 Euro, vorerst nicht realisiert.

Für über 100.000 bayerische Familien hätte dieses eine Entlastung um 600 Euro pro Kalenderjahr bedeutet. Es wäre daher geboten gewesen, das Wahlversprechen einzulösen.

„Lebenspartner“ ist das entscheidende Wort – steuerliche Gleichbehandlung wie eine Ehe ist gesellschaftspolitisch ein großer Erfolg

Seit Jahren mahnte ich die volle rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare nach dem Grundsatz „gleiche Rechte, gleiche Pflichten“ an. Dank der Ausweitung auf das steuergünstige Ehegattensplitting durch das Bundesverfassungsgericht auf Lebenspartnerschaften und homosexuelle Paare, werden eingetragene Lebenspartnerschaften künftig steuerlich genauso behandelt wie eine Ehe.

Der Bundesrat stimmte heute, wie zuvor auch der Bundestag, einer Anpassung auch in anderen Steuerbereichen zu. Insgesamt mussten fast 20 Gesetze geändert und unter anderem das Wort „Lebenspartner“ eingefügt werden.

Es hat nach meinem Verständnis nie nachvollziehbare Gründe gegeben, homo- und heterosexuelle Paare unterschiedlich zu behandeln und gleichgeschlechtlichen Paaren den Zugang zur steuerlichen Gleichbehandlung wie Ehepaaren zu verwehren. Mit dem heutigen Tag endet eine konkrete und symbolische Diskriminierung von Minderheiten aufgrund ihrer sexuellen Identität.

 

 

Mütterrente: ein wichtiger Beitrag und ein weiterer Schritt zur Vermeidung von Altersarmut

Mit dem heutigen Inkrafttreten der Mütterrente wird eine Gerechtigkeitslücke weiter geschlossen. Eine Lebensleistung, die die betroffenen Frauen und ihre Männer sich im buchstäblichen Sinne über viele Jahrzehnte hart erarbeitet haben. Viel zulange hing der Wert von Erziehungsleistungen für unsere Gesellschaft, unseren Staat, wie auch besonders für die einzelne Familie von einem Stichtag ab. Ein wichtiger Beitrag unter dem Gesichtspunkt der Generationengerechtigkeit und ein weiterer Schritt zur Vermeidung von Altersarmut.

https://claudiajungaul.wordpress.com/2014/05/23/das-rentenpaket-ist-verabschiedet-freue-mich-frauen-und-manner-die-in-der-familie-arbeiten/

Das Brechen von Wahlversprechen der CSU ist das eigentliche CSU – Programm

Am Dienstag noch beschloss der Ministerrat die längst überfälligen Eckpunkte zum „Familienpakt Bayern“ und noch keinen Tag später legt die CSU ihr Wahlversprechen aus ihrem „Bayernplan“ auf Eis: Die versprochene Reduzierung der Kindergartengebühren für das zweite Kindergartenjahr im Herbst um 50 Euro, soll vorerst nicht kommen.

Als Grund werden Klagen über die die hohen Kosten der Kinderbetreuung von Kommunen und Wohlfahrtsverbänden genannt. Der Plan von Sozialministerin Emilia Müller (CSU) sieht vor, anstelle der Senkung der Kindergartengebühren eine Erhöhung der staatlichen Zuschüsse um 63 Millionen Euro zu gewähren. Die CSU-Fraktion habe mit dem Beschluss „der Qualitätsverbesserung zunächst Vorrang vor einer weiteren Ausweitung der Beitragsentlastung im Kindergartenbereich eingeräumt“, hieß es in einer anschließenden Pressemitteilung der Fraktion.

Nun liebe Leser, das Brechen von Wahlversprechen der CSU ist das eigentliche CSU – Programm. Nach dem Streit um die Streichung von 830 Lehrerstellen geht es mit der mehr als notwendigen Entlastung von Familien mit Kindern weiter. Auf die Abschaffung der kalten Progression warten Millionen von Steuerzahlern auch nach wie vor. Die Legislaturperiode der schwarzen Alleinregierung in Bayern ist noch lang und der Zickzackkurs der GroKo in diesen Tagen, nicht nur um die EEG-Reform, ist nicht mehr nachvollziehbar. Wir dürfen alle gespannt bleiben.