Schlagwort-Archive: Gesundheit

Schwarz/Schwarz/Rot verweigert Reform des Asylbewerberleistungsgesetzes – einfach nur erbärmlich!

 

Anfang Juni hatte der Deutsche Ärztetag den Gesetzgeber aufgefordert, Asylbewerbern und gleichgestellten Ausländern die gleiche Gesundheitsversorgung zu ermöglichen wie regulär Krankenversicherten. Die Bestimmungen des Asylbewerberleistungsgesetzes seien mit der grundgesetzlichen Garantie eines menschenwürdigen Existenzminimums nicht vereinbar. Auch das Bundesverfassungsgericht hatte bereits vor zwei Jahren das Asylbewerberleistungsgesetz für verfassungswidrig erklärt. Aus Karlsruhe heisst es dazu – grundgesetzwidrig. Es relativiere aus „migrationspolitischen“ Gründen, nämlich zum Zwecke der Abschreckung, die in Artikel 1 des Grundgesetzes geschützte Menschenwürde.

Selbst die dramatischen Todesfälle, noch die aktuelle Situation der Betroffenen in deutschen Asylunterkünften haben nicht dazu geführt, die minimalmedizinische Versorgung des Asylbewerberleistungsgesetzes zu verbessern. Es geht hierbei immerhin um die Gesundheit und Menschenwürde von Flüchtlingen. Seitens der CDU/CSU habe ich nichts anderes erwartet. Aber SPD – Quo vadis? Entweder fehlt es der SPD mal wieder an Durchsetzungswillen oder schlichtweg an politischer Kraft, sich dieser Verschärfung entgegenzustellen. Die systematische soziale und medizinische Unterversorgung von Asylbewerbern, von Kriegsflüchtlingen und Geduldeten wird mit dieser Diskriminierung in Beton gegossen. Einfach nur erbärmlich!

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Spatenstich für das erste Kinderpalliativzentrum Süddeutschlands am Klinikum Großhadern

Eine ganzheitliche Begleitung und Unterstützung sollen Kinder mit einer unheilbaren Krankheit und ihre Familien künftig am Klinikum der Universität München-Großhadern erfahren. Das Kinderpalliativzentrum wird nach der Fertigstellung das zweite in Deutschland und das erste in Süddeutschland sein. Finanziert wird dass Projekt durch Mittel des Klinikums und durch Spenden des Fördervereins, wie es in der Pressemitteilung unserer bayerischen Staatsregierung weiter heisst.

Frau Prof. Dr. Monika Führer, Kinderärztin und Spezialistin für Kinderpalliativmedizin:  „Dieses Zentrum soll für bis zu acht unheilbar kranke Kinder und ihre Familien zu einem Ort der Sicherheit und Geborgenheit bei gleichzeitig optimaler Palliativtherapie werden.“

Ich freue mich, dass mit diesem Kinderpalliativzentrum eine Versorgungslücke geschlossen wird. Um Schwerstkranken und sterbenden Menschen bis zum Tod ein würdiges Leben zu gewährleisten, ist es generell notwendig, dass wir in Bayern auch ein flächendeckendes Netz von Hospizeinrichtungen anbieten.

Die Grundposition muss lauten, das Leben in seiner Gesamtheit und das Sterben als einen Teil des Lebens zu begreifen und ein Leben – und somit auch ein Sterben – in Würde, größtmöglicher Autonomie und schmerzfrei zu ermöglichen.

Lesen Sie weiter dazu:

http://www.bayern.de/Pressemitteilungen-.1255.10497703/index.htm

 

Wenig Hoffnung aus München und aus Berlin kommt diese Woche für „Zukunft des Ökologischen Landbaus“

Mit seiner Regierungserklärung zu Monatsbeginn machte Staatsminister Helmut Brunner den bayerischen Biobauern wenig Hoffnung und aus Berlin kommt diese Woche vom Runden Tisch „Zukunft des Ökologischen Landbaus“ seitens Minister Schmidt auch nur Wahlkampf-Rhetorik. Hintergrund: Die CSU München verspricht eine Prämienanhebung für den ökologischen Landbau, konkrete Zahlen jedoch nennt Brunner wieder einmal nicht. Und Schmidt hat zwar die Erkenntnis, dass der ökologische Landbau Tiere und Umwelt, Klima und Ressourcen schützt, Taten auf vertrauensvolle Worte fehlen aber gänzlich.

„Solange nicht genügend ökologisch erzeugte Lebensmittel aus Bayern zur Verfügung stehen, muss in erster Linie dafür gesorgt werden, dass Bauern auf Ökolandbau umstellen“, kritisiert Harald Ulmer, Geschäftsführer der LVÖ zurecht die Staatsregierung. Denn um das Ziel der Staatsregierung zu erreichen, bis zum Jahr 2020 den Ökolandbau in Bayern zu verdoppeln, müssten pro Jahr mindestens 800 Betriebe neu hinzukommen; im Jahr 2013 waren es unterm Strich aber nur 17. Dazu müsste aber Minister Schmidt bei den Ländern dafür werben, stabile und hilfreiche Umstellungs- und Flächenförderungen festzuschreiben.

Die bayerischen Kunden, die Bioprodukte konsumieren möchten, legen immer mehr Wert auf die regionale heimische Herkunft der Bioprodukte. Ob in Kita, Schule oder Zuhause: Essen steht überall im Mittelpunkt und verbindet viele Generationen. Gutes Essen soll schmecken, gut für uns und unsere Umwelt sein. Daher halte ich die Forderung der GRÜNEN Bundestagsfraktion, für den verstärkten Einsatz von Öko-Lebensmitteln bei der Außer-Haus-Verpflegung  – von öffentlichen Kantinen bis zum Kindergarten-Caterer –  zu werben, für hervorragend. Auch in Bayern noch ein Geschäftsfeld, das sehr viel Potential bietet.

Ich warte wohl weiter vergebens auf ein ein klares politisches Signal der Bundes- und bayerischen Staatsregierung, ihre Ziele auch wirklich umzusetzen. Da hilft auch kein bayerisches Biosiegel, wie jetzt angekündigt.

Bundesregierung hat erneut eine Genmais-Zulassung passieren lassen

Mit der Abstimmung am 10. Juli über die Wiederzulassung der Genmaislinie NK603 von Monsanto im Berufungsausschuss der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der EU-Kommission hat unsere Bundesregierung erneut eine Genmais-Zulassung passieren lassen. Warnungen von Unions-Agrarminister Christian Schmidt über die „nicht abschätzbaren Risiken“ der Gentechnik hierzulande, scheinen in Brüssel nicht mehr zu gelten.

Ich halte das Verhalten der Regierungsverantwortlichen hier besonders verantwortungslos, da an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit bei dieser Genmaislinie selbst Bundesregierung und Europäische Union zweifeln, dass sie erstmalig eine eigene millionenteure Langzeitstudie dazu in Auftrag gegeben haben. Diese Untersuchung hat allerdings noch nicht einmal begonnen.

Wieder einmal weckt diese Entscheidung bei mir Zweifel, dass sowohl Unions-Agrarminister Christian Schmidt als auch die Bundesregierung trotz gegenteiliger Versprechen, nach wie vor nicht dazu bereit sind, uns vor Gentechnik zu schützen. Ob Die Bundesregierung damit das Vorsorgeprinzip verletzt kann ich juristisch nicht beurteilen.

Ist der Ärztemangel im Landkreis Pfaffenhofen angekommen?

In der heutigen Pfaffenhofener Ausgabe (GZ) stellt unsere Heimatzeitung die Frage: „Droht der Stadt Geisenfeld ein Engpass bei der Ärzteversorgung? Im Rathaus spricht man mit Blick auf dieses Thema von einer „schwierigen Situation“. Hintergrund: Die Praxis von Dr. Gerd Jennerwein hat ihre Pforten zum 1. Juli offenbar für immer geschlossen. Die Kapazität der verbleibenden Hausärzte, die ja Fachärzte seien, reicht aus Sicht von Dr. Matthias Fleige aus, um die von der jetzigen Schließung potenziell betroffenen Patienten am Ort „fachgerecht zu betreuen“. Werde eine ambulante oder stationäre Weiterbehandlung nötig, so seien die entsprechenden Angebote in relativer Nähe „in einer Viertelstunde erreichbar“.  Dr. Lorenz Eberle sieht sich und seine Kollegen vor Ort ebenfalls „gut aufgestellt“, um auch alle bisherigen Patienten der Praxis Jennerwein betreuen zu können. Nach Angaben des PK sieht der Geisenfelder Apotheker Ralf Reisinger allerdings „dringenden Handlungsbedarf“ und Bürgermeister Christian Staudter (USB, Fraktionsvorsitzender der „AUL- Aktive Unabhängige Liste“ im Kreistag Pfaffenhofen verweist darauf, das kaum ein junger Arzt mehr bereit sei, sich auf dem Land niederzulassen und so drohe angesichts der Altersstruktur der noch verbleibenden Mediziner hier womöglich ein Engpass.

Bekannt ist, dass in den nächsten Jahren nach Prognosen der Verbände über 40.000 Ärzte in den Ruhestand gehen. Seit Jahren warnen auch Regierungsberater immer wieder vor zu wenig Allgemeinmedizinern. Die Politik demonstriert seit Jahren, wie geschäftig sie daran arbeitet, mehr Ärzte zur Arbeit auf dem Land zu bewegen. Anfang 2012 war das Versorgungsstrukturgesetz in Kraft getreten. Die damalige schwarz/gelbe Koalition wollte dem drohenden Ärztemangel begegnen, der GBA (gemeinsamer Bundesausschuss von Ärzten Krankenkassen und Krankenhäusern) sollte eine flexiblere Ärzteplanung machen.

Der Mangel an Hausärzten droht auch im Landkreis Pfaffenhofen in naher Zukunft zum Desaster zu werden: Immer weniger junge Mediziner streben diese Laufbahn an, aktuelle Zahlen offenbaren einen Rekord-Tiefstand. Mit der Freien Wähler Landtagsfraktion habe ich stets daraufhingewiesen, dass wenn die Praxen schließen, die Bundes- als auch Staatsregierung  aber nicht gegensteuern, wären immer mehr Menschen wegen fehlender Grundversorgung auf Krankenhausaufenthalte angewiesen.

Ich fordere unsere bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) und die bayerische Staatsregierung als Kreisrätin weiter auf, ihrer Verantwortung auf Bundes- und Landesebene endlich Rechnung zu tragen und den Haus- und Fachärztemangel politisch zum Kernthema zu machen. Gesundheitspolitik „näher am Menschen“ sieht anders aus.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml will Sprachtests für ausländische Mediziner

Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder, die am heutigen Freitag in Hamburg zu Ende gegangen ist, hat sich mit den Deutschkenntnissen ausländischer Ärzte auseinander gesetzt und es wurden bundeseinheitliche Sprachtests für Ärzte aus dem Ausland, die hier arbeiten wollen, beschlossen. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat bereits im Vorfeld gefordert, die Deutschkenntnisse von ausländischen Medizinern konsequenter als bislang überprüfen lassen. „Arzt und Patient müssen sich verständigen können – und das darf nicht an Sprachbarrieren scheitern, denn ein gegenseitiges Verstehen ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung.“

Herzlichen Glückwunsch Frau Ministerin Huml. Sie sind zwar spät dran, aber immerhin auf die Idee gekommen, dass Ärzte, die in Deutschland arbeiten, mehr als Grundkenntnisse der deutschen Sprache brauchen. Zwingend zu einer erfolgreichen Behandlung gehört immer ein Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Und wie viel Vertrauen kann ich haben, wenn ich immer überlegen muss: „Hat der mich jetzt wirklich verstanden?“

Die Ländergesundheitsminister hatten sich bereits vor einem Jahr in Potsdam für einheitliche Sprachtests ausgesprochen, doch bisher wurden sie nicht eingeführt.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte eine ähnliche Regelung auch für Pflegekräfte aus dem Ausland. „Gerade alte und pflegebedürftige Menschen sind darauf angewiesen, dass sie verstanden werden“, erklärte der Stiftungsvorstand Eugen Brysch.